Vom 6.7. bis zum 20.7. führte der AStA der Uni Mainz erstmalig eine breite Befragung zur Situation unter Studierenden durch. Über die Uni-Accounts wurden alle Studierende zu einer Teilnahme an der Online-Erhebung eingeladen. Insgesamt 5408 Personen nahmen dieses Angebot wahr, wovon 4096 Befragte die Studie zu Ende führten. Die Fragen umfassten Wohnraumsituation, finanzielle Situation, Arbeit und zeitliche Belastung, Mensa, allgemeine Zufriedenheit und studentische Hochschulpolitik.
Hochschulpolitik unbekannt
Etwa 65 % der Teilnehmer waren Studierende der alten Studiengänge Diplom, Magister und Staatsexamen für Lehramt. Bachelor oder Master studierten ca. 20 % der Teilnehmer. Im nun dem AStA vorliegenden Abschlussbericht heißt es, die Ergebnisse zum Bachelor of Education böten in mehreren Kategorien „mit Abstand die schlechtesten Ergebnisse“ im Vergleich zu den anderen Abschlussarten. Die Studierenden dieses Studienganges fühlten sich häufig überfordert und oft mit ihren Problemen allein gelassen. Eher negativ fallen auch die Ergebnisse bei der studentischen Hochschulpolitik aus: Die eigene Fachschaft ist das bekannteste Gremium, ca. 64 % der Befragten kennen sie gut oder hatten schon einmal Kontakt. Knapp 14 % haben vom AStA „schon mal gehört“, ein Prozent kennt ihn nicht. Studierendenparlament und Parteien sind mäßig bekannt, fast unbekannt aber die AStA-Druckerei und die Frauenbibliothek. Über zwei Drittel der Befragten haben das Gefühl bei den studentischen politischen Entscheidungen nicht mitwirken zu können. Über drei Viertel haben nicht das Gefühl über die Arbeit der studentischen Vertreter gut informiert zu werden.
Kritik bezog sich besonders auf in der Umfrage nicht beachtete Personengruppen. So wurden etwa alleinerziehende Mütter mit Kindern bei den Fragen zur Wohnsituation nicht bedacht. Auch Studierende aus Germersheim wurden nicht berücksichtigt. Theoretisch hätte man auch mehrfach an der Studie teilnehmen können. Die Umfrage wird derzeit von den AStA-Referaten ausgewertet und ist nicht öffentlich einsehbar. Der Termin für eine Pressekonferenz stand zu Redaktionsschluss noch nicht fest.
2010