Tromsø

Ein Tag Tromsø. Die Stadt hat etwa 78000 Einwohner. Hier ist noch Winter. Aber die Leute sitzen in Straßencafés, es werden südländische Sprachen gesprochen. Kein Wunder, ist hier doch „Norges Arktiske Universitet“, also die arktische Uni Norwegens. Ich befinde mich mittlerweile auf 69° nördlicher Breite. Nur noch zwei Grad entfernt vom Nordkap.

Pizza und Kakao zum Frühstück. Ein Mann und seine asiatische (?) Frau schauen Fernsehen. Der Mann fragt freundlich, ob mich das laute Fernsehen störe. Nein, sage ich wahrheitsgemäß auf Norwegisch. Und dass ich aus Deutschland komme.
Gepäck in die Waschstube. Nicht abschließbar. Verdammt. Ich packe den großen Rucksack mit Macbook und Unterlagen ein. Bitte bitte, liebe Backpacker, raubt mich nicht aus!


Auf ins Tromsø Museum, wo es Infos zu Tieren und Sami gibt. „Becoming an Nation“ – Der Titel gibt die politische Richtung vor. Die Ausstellung ist etwas chaotisch, aber mit angenehm kurzen Texten versehen.

Dann Vitrinen mit Seevögeln in drei Sprachen! Ein Schatz für mich, der ich ja eine Vogelsafari durchführen muss. Dumm nur, dass die „Guillemots“ und andere Vögel so verdammt gleich aussehen.

Zu spät finde ich die zweite – ältere – Sami-Ausstellung, die deren „ursprüngliche“ Kultur zeigt. Ich habe nur noch Kraft, die Vitrinen abzufotografieren. Die Dioramen sind aber doch sehr interessant.
Wichtige Punkte: Nur ca. 10 Prozent der Sami hielten Rentiere; sie lebten (auch) in Torfhütten; der Streit um die Wasserkraft i Alta ging bis zum Hungerstreik, auch internationale Teilnehmer hatten die Proteste; Norwegen hatte das erste Samenparlament.


Zwei Bücher über Nordnorwegen und den Zweiten Weltkrieg gekauft. Keine Zeit zum Kaffeetrinken – oder doch? – Essen muss der Mensch…! Also „Backstube“ (!) Im Zentrum aufgesucht, welches so wie das deutsche Backwerk in edel ist. Kaffee, Flammkuchen, dänisches Teilchen mit Apfel und viel Zucker. Genau mein Geschmack!


Vorher Nachricht von Chefin bekommen: Ich sollte in Tromsø einkaufen, weil zwei Feiertage kämen. Fleischwurst, Bier, Käse, Brot, Nudelsuppenbecher. Und erster Besuch beim „Polet“, dem Weinmonopol. Ich entscheide mich für eine kleine Flasche Portwein. Immerhin 20 % Alkohol, hoffentlich reicht das für den kalten Norden…


Zurück im Hostel (nichts gestohlen!) muss ich umpacken, um die Einkäufe zu verstauen. Ich schleppe meinen Hausstand zum Bus, in den Hafen, ins Boot. In der Kajüte ist ein zweites Bett gemacht, vier Handtücher sind bereit. Es wird doch nicht…?


Ich verbringe die zwei Stunden bis zur Abfahrt mit Hurtigruten im Bett, schaue Fernsehen (Der König ist wieder gesund; alle freuen sich auf den morgigen Nationalfeiertag). 18:15 bricht Lärm los. Das sind wohl die Maschinen. Kein Mitbewohner da. Puh!

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Von Benjamin

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1 Kommentar

  1. Ben!
    Wie geil, dass das geklappt hat!
    Hört sich an, als ob du genau da hingehörst, wo du jetzt bist! 🙂
    Ich freue mich auf mehr!
    Viel Erfolg und viele Grüsse!
    Jo

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